Freitag, 25. Juli 2008

69er - mein neues Scrum Projekt

Ab Montag, den 28. Juli 08, beginnt für mich (endlich) wieder einmal ein Scrum Projekt, das Vierte nunmehr.

Ich möchte meine Erfahrungen und Erkenntnisse auch hier erneut auf meinem Blog dokumentieren. Da es sich um ein Kundenprojekt handelt und keine projektspezifischen Details beschrieben werden können, gebe ich dem Projekt einen fiktiven Namen: 69er

Das 69er Setup sieht momentan so aus:

Team
  • 2-3 Entwickler
  • 1 Publisher/Flasher
  • 1 Designer
  • 1 Product Owner
  • 1 Scrum Master (wird von einem Team-Mitglied übernommen, abwechselnd)
Technology
  • Ruby on Rails
  • Flash
Zeit
  • 9 Wochen à 5 Arbeitstage, d.h. 4 Sprints à 2 Wochen plus 7 Tag
Das Product Backlog

Das Backlog ist gut gefüllt, wir haben an der Zahl 23 User Stories, deren Aufwand und Komplexität bislang noch nicht klar ist. Womöglich werden die User Stories noch zerlegt und somit in der Anzahl vermehrt.

Was ist bisher geschehen?

Der Auftraggeber hat das Team angefragt, seine Vision von einem Kundenportal in einem recht sportlichen Zeitfenster zu realisieren. Nach einer sehr kreativen Konzeptionsphase wurde die Vision zunächst in verdauliche Einheiten heruntergerebrochen und die high-level Rahmenbedinungen festgelegt, z.B. soll es einen Web Applikation entwickelt werden.

Das Team hat, basierend auf der Vision, mögliche Benutzergruppen und deren Nutzungsbedürfnisse erarbeitet mit dem Auftraggeber abgestimmt. Letztendlich wurden einige Persona und deren User Stories in ein Product Backlog aufgenommen und eine grobe Sprintplanung gemacht. Dies, zusammen mit einer groben Aufwandschätzung, Wireframes und der Beschreibung der Vorgehensmethode, wurden dem Auftraggeber als Offerte zugestellt. Nach formalen Anpassungen kam es zur Beauftragung. Was wir haben:
  • provisorisches Product Backlog
  • provisorische Sprint Planung
  • provisorische Resourcenplanung
Scrum Adaption

Der Auftraggeber anerkennt unser Vorgehensvorschlag nach Scrum, wird allerdings nicht in seiner Funktion als Product Owner teilnehmen. Daher hat das Team beschlossen, einen Product Owner Proxy einzusetzen - der Key Account Manager auf Unternehmensseite. Er kennt den Auftraggeber, dessen Vorstellungen und Wünsche. Er ist in der Lage, das Projekt erfolgreich abzuwickeln und kann die Aufgaben eines Product Owners nachkommen. Der Scrum Master wird vom Team gestellt. Diese Rolle soll abwechselnd pro Sprint neu vergeben werden.

Wie gehts weiter?

Für das Scrum Team ist dieses Vorgehen bislang unbekannt, zumindest praktisch. Daher ist es jetzt wichtig, alle ins Boot zu holen, um gemeinsam ein akzeptables Vorgehen zu erarbeiten. Zu Begin der nächsten Woche wird es für das Team eine kurze Einführung in Scrum geben. Anschliessend werden wir gemeinsam folgende Punkte angehen:
  • DONE Definition erarbeiten
  • Setup der Tools und Entwicklungsumgebung
  • Offene Punkte und indentifizierte Hindernisse
Los gehts mit dem Sprint 1 Planning & Estimation Meeting

Demnächst, hier auf dem Blog!

Kommentare:

Arne hat gesagt…

Was verbirgt sich hinter "DONE Definition erarbeiten"?
Viele Grüße, Arne

jp hat gesagt…

Hallo Arne,

DONE ist ein Begriff, den Scrum einführt ...

Grundsätzlich geht es darum, dass das Team mit allen seinen Mitgliedern ein gleiches Verständnis von "Wann ist etwas fertig" hat, eben DONE.

Für den Product Owner ist DONE etwas ganz anderes, als für einen Designer, UI Entwickler oder Java Programmieren. Nehmen wir z.B. Depoyment auf eine Testumgebung.

Ein Java Entwickler würde das zunächst nicht zu seinen Aufgaben zählen, ebenso der Designer, UI Entwickler etc.

Der PO allerdings erwartet ganz sicher, dass DONE auch heisst, es wurde deployed.

Daher erarbeitet man eine gemeinsame Definition.

jp

Arne hat gesagt…

OK, danke!

Also gibt SCRUM keine DONE-Definition vor, sondern die wird vom Projektteam je nach Projektkontext und Situation festgelegt.

Das Problem, dass jeder etwas anderes unter "fertig" versteht, kenne ich nur zu gut...

jp hat gesagt…

Hallo nochmals,

hier hatte ich bereits einmal zur Done-Definition geschrieben...

jp

hjk hat gesagt…

Hallo jp

Ich bin daran Scrum Firmenweit ein zu führen. Jetzt wollen die Entwickler einen wie sie es nennen Sprint-Zero durchführen, um die Architektur, Data Dictionary usw. zu definieren. Meiner meinung nach ist das nicht Scrum-like. Wie gehts du damit in deinen Projekten um?

Gruss hjk